Drei Einsichten sind für unsere Arbeit im Programmbereich Zukunft der Demokratie handlungsleitend:

  1. Die Kernidee von Demokratie findet hohen Zuspruch. Doch das gute Funktionieren der Demokratie scheint zunehmend in Frage gestellt. So erstarken Forderungen nach mehr Teilhabe an politischen Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozessen, nach Transparenz und breiterer Repräsentation. Solche Fortschrittsforderungen sind das demokratische Normal, denn Demokratie ist immer prozesshaft.
  2. Gleichzeitig stehen liberal-demokratische Systeme vielerorts unter enormem Druck: In vielen Ländern werden demokratische Prozesse zur Durchsetzung autoritärer Politikansätze missbraucht und rechtspopulistische Bewegungen genießen in ganz Europa Zulauf. Diese Angriffe auf die Demokratie gilt es entschieden abzuwehren.
  3. Die Demokratie ist das einzige uns bekannte politische System, in dem die Zukunft offen und dennoch gestaltbar ist. Die Zukunft kann dabei als lineare Fortsetzung der Vergangenheit verstanden werden. Ein Ansatz, der im Lichte massiver Transformationen, wie dem Wandel hin zu einer klimaneutralen und digitalen Welt, ungenügend scheint. Zukunftsgestaltung kann aber auch als Präventionsarbeit betrachtet werden: Was muss geschehen, damit X nicht geschieht? Dieser Ansatz wird vor allem in Krisenzeiten häufig bedient. Ein anderer Ansatz ist es, Zukunft als Möglichkeitsraum für Wünschenswertes zu betrachten: Was muss geschehen, damit X eintritt?

In der Verteidigung und Weiterentwicklung von Demokratie und in der Zukunftsgestaltung durch Demokratie nehmen Parteien und staatlichen Institutionen, Nichtregierungsorganisationen und andere Formen gesellschaftlicher Initiativen eine wichtige MittlerInnenrolle ein. Die Medienlandschaft, das wissenschaftliche Spektrum, sowie Kunst- und Kulturschaffende sind weitere zentrale Bereiche unserer Öffentlichkeit. Auch der wirtschaftliche Sektor und die Bildung tragen ebenfalls eine hohe Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Verhältnisse.

Als Programmbereich “Zukunft der Demokratie” im Progressiven Zentrum wirken wir an der Schnittstelle jener Bereiche. Wir schaffen Wissen, bilden Netzwerke, experimentieren und resümieren. Wir vernetzen, denken, streiten. Die Schwerpunktthemen, die wir uns dafür gegeben haben lauten: Rechtspopulismus und Autoritarismus, Repräsentation und Teilhabe, sowie Innovation und Visionen. Ein Teil unserer Vorhaben fokussiert sich dabei auf Deutschland, ein anderer auf Europa.



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